Konzeption des Aktionsmobils
Nach über 5 Jahren, in denen die Städtische Jugendarbeit von Brake (bedingt durch die Schließung der Begegnungsstätte) allein projektorientiert angelegt war, hat die Stadt Brake wieder einen offenen Treffpunkt für Kinder und Jugendliche.
Das die Zielgruppen einen Treffpunkt einfordert, an dem sie sich ungezwungen aufhalten können, hat eine Umfrage aus dem Jahr 2004 ergeben.
Da der Städt. Jugendarbeit keine eigenen Räume zur Verfügung stehen, die für diesen Treffpunkt geeignet sind, kam der Gedanke an einen mobilen Jugendtreff auf, an dem die Mädchen und Jungen aktiv ihre Freizeit gestalten können und sollen.

Den Anstrengungen des Bürgermeisters Roland Schiefke, der AG "Jugend und Freizeit" des Präventionsrates und den Mitgliedern von Rat und Verwaltung der Stadt Brake ist es zu verdanken, dass der Schindelholzoberlichtzirkuswagen, in städtischer Trägerschaft, seit Ende März 2009 im Einsatz ist.

Um möglichst viele Kinder und Jugendliche im Stadtgebiet mit der pädagogischen Arbeit zu erreichen und bei ihnen Interesse für die Angebote der Städt. Jugendarbeit zu wecken, ist es wichtig, dass das Aktionsmobil - genannt "actimo" in die einzelnen Stadtteile fährt. Das flächendeckende sozialpädagogische Angebot soll in der direkten Lebenswelt der Zielgruppe vorgehalten werden.
"actimo" ist ein niedrigschwelliges Angebot, bei dem parteiliche Arbeit für Kinder und Jugendliche geleistet wird.

Der Wagen wird z.Z. täglich von Mitarbeitern des Städtischen Bauhofs versetzt und ist in der Zeit von 15:00 - 19:30 Uhr an den Standorten geöffnet.
Montags steht der Wagen im südlichen Stadtteil Hammelwarden gegenüber der Grundschule.
Dienstags steht der Wagen an der Kaje direkt an der Weser.
Mittwochs steht der Wagen in Boitwarden an der Schützenhalle.
Donnerstags wird der nördliche Stadtteil Golzwarden angefahren. Dort steht der Wagen auf dem Schulhof der Grundschule.

Die Plätze sind nach vielen verschiedenen Kriterien ausgewählt worden.
Von besonderer Bedeutung ist die Gewährleistung einer Wendemöglichkeit für den Wagen inkl. Zugmaschine.
Außerdem haben alle Standorte eine Freifläche, auf der Spiele und Aktionen stattfinden können.
Nicht zu vernachlässigen sind die Faktoren, dass eine sanitäre Anlage in der Nähe sein muss, sowie dass eine Stromquelle vorhanden ist, die Kraftstrom bietet.

"actimo" sollte ursprünglich in erster Linie Jungen und Mädchen im Alter zwischen 12-16 Jahren ansprechen. Die Praxis zeigt darüber hinaus, dass sich auch 8-11jährige von Programm und Angeboten angesprochen fühlen, so dass eine Zielgruppenerweiterung stattgefunden hat.

Im "actimo" gibt es einen großen Pool an Spiel-, Sport- und Aktionsmaterial für drinnen und draußen. Außerdem sind eine vollausgestattete Küche, eine große Sitzecke, ein PC-Arbeitsplatz mit Internetanschluss, sowie ein Beamer samt Leinwand eingebaut.

Die pädagogische Arbeit im "actimo" richtet sich an den Leitlinien des Kinder- und Jugendhilfegesetz, § 11.
Das Programm im "actimo" orientiert sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Zielgruppe. Besondere Beachtung bekommen dabei die Vermittlung und Erweiterung von Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Stärkung sozialer Kompetenzen, die Erschließung individueller Ressourcen, die Übernahme von Verantwortung, die Anregung von Kreativität, die Erweiterung interkultureller Kompetenzen sowie die Selbstbestimmung im eigenen Handeln.
Partizipation wird im "actimo"alltag groß geschrieben.
Es ist ausdrücklich erwünscht, dass die BesucherInnen ihre eigenen Ideen in den Ablauf einbringen und das Programm aktiv mitgestalten.
Da es sich um einen Offenen Treffpunkt handelt, können die Kinder und Jugendlichen sich frei bewegen und sich frei für eine Aktivität entscheiden. Die Teilnahme an den täglichen Angeboten ist freiwillig.
Das Monatsprogramm sieht eine Abwechslung der Aktivitäten und Angebote pro Standort vor, so dass sportliche, kreative, handwerkliche, spielerische Elemente uvm. zum Zuge kommen.
Einmal im Monat wird an jedem Standort gekocht, gebacken o.ä.

Darüber hinaus ist "actimo" ein Ort der Kommunikation, an dem Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Lebenslagen und Herkunft miteinander in Kontakt kommen.
In dem Zusammenhang können Beratungssituationen stattfinden, die sich an den Problemen der Zielgruppe ausrichten (Schule, Freunde, Ausbildung, Sexualität, Drogen, Gewalt, ...).
Diese Beratung kann im Rahmen von Einzelfallhilfe oder Gruppenangeboten stattfinden.

"actimo" ist neben dem Wochenrhythmus regelmäßig bei Festen und Aktionen im Stadtgebiet vor Ort und somit Teil der Gemeinwesenarbeit.
An diesen Terminen bietet sich die Gelegenheit, einer breiten Gruppe den Wagen und die geleistete Arbeit zu präsentieren. Außerdem werden Kinder und Jugendliche auf das Angebot der Städt. Jugendarbeit aufmerksam, die den Wagen vorher (noch) nicht genutzt haben.

Betreut wird "actimo" von zwei hauptamtlichen Sozialpädagoginnen/-arbeiterinnen, die als Ansprechpartnerinnen und Begleitpersonen vor Ort fungieren. Unterstützt werden sie von einem Zivildienstleistenden.
Die beiden Pädagoginnen sind abwechselnd im "actimo" präsent und betreuen und leiten darüber hinaus noch andere Angebote der Städt. Jugendarbeit.
Die Arbeitsprinzipien von Respekt, Achtung und Vertrauen, aber auch Authentizität und Konsequenz im Handeln bestimmen den Umgang mit der Zielgruppe. Dabei geben die Pädagoginnen Anregung und Unterstützung bei der Bewältigung der Entwicklungaufgaben.
In einer stetigen Kommunikation wird der Arbeitsalltag reflektiert und gemeinsam Lösungsstrategien für anstehende Problemlagen entwickelt.